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Grußwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Kinderschutzbeauftragter des Saarlandes freue ich mich Ihnen den Newsletter „Kinderschutz im Saarland“ mit Informationen rund um unsere Aktivitäten im Kinderschutz aus dem Jahr 2025 präsentieren zu können. Beteiligung, Kinderrechte und Kinderschutz gehören untrennbar zusammen. In den vorgestellten Projekten des Newsletters wird sichtbar, dass wir Kinder und Jugendliche ernst nehmen, ihre Perspektiven aktiv einbeziehen und ihren Rechten konsequent Raum geben. Diese Haltung bleibt Leitlinie unserer weiteren Arbeit.
Im Newsletter finden Sie auch Informationen zu den spezialisierten E-Learning Angeboten der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Ulm (Kurs- und Anmeldeinformationen: info@kinderschutz-im-saarland.de) auf der Plattform „Kinderschutz im Saarland“.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen. Gerne können sie uns Anregungen, Ideen, Themen und Berichte zum weiteren fachlichen Austausch zukommen lassen (k.trauden@soziales.saarland.de).Kai Frisch
Kinderschutzbeauftragter des Saarlandes
6. Saarländischer Medienkompetenztag rückt Risiken übermäßigen Medienkonsums in den Fokus
Nach der Begrüßung durch Karin Bickelmann, Leiterin des MedienkompetenzZentrums in Saarbrücken, eröffnete Diplom-Sozialpädagoge Martin Seidl den Tag mit einer Keynote, die Ursachen, Dynamiken und Folgen intensiver Mediennutzung beleuchtete. Er zeigte auf, wie stark digitale Medien den Alltag junger Menschen prägen und welche Risiken entstehen, wenn Bildschirmzeiten ausufern oder Inhalte nicht altersgerecht sind.
Im Anschluss boten zahlreiche Workshops praxisnahe Einblicke in aktuelle Herausforderungen:
- Verbreitung pornografischer Inhalte über soziale Medien
- Datenschutz im Kita-Alltag
- Prävention und Intervention bei (Cyber-)Mobbing
- Veränderungen moderner Medieninhalte
- Mental Health-Angebote für Grundschulkinder
- Präventionsarbeit mit Grundschulklassen
- Hate Speech und Umgangsformen im Netz
Im Nachmittagsworkshop folgte ein weiterer Schwerpunkt, der den Kinderschutz explizit einbezog: „Digitale Medien im Säuglings- und Vorschulalter, Bindungsentwicklung und Kinderschutz“, gestaltet von Dr. Frank W. Paulus vom Universitätsklinikum Homburg und Kai Frisch, dem Saarländischen Kinderschutzbeauftragten. Hier wurde deutlich, wie früh digitale Medien in Familien präsent sind – und wie wichtig es ist, Risiken wie Überforderung, Reizüberflutung oder fehlende Bindungsqualität ernst zu nehmen. Kai Frisch nutzte den Medienkompetenztag, um erneut auf die Dringlichkeit des Themas hinzuweisen. Bereits 2024 hatte er gemeinsam mit der AWO Saarland eine große Fachtagung zu digitalen Gefahren durchgeführt, bei der Expertinnen und Experten aufzeigten, wie stark digitale Risiken – von Cybermobbing bis zu problematischem Gaming – den Kinderschutz betreffen.
Auch im Saarländischen Rat für Kinderschutz wurde das Thema schon mehrfach beraten. Fachleute aus Medizin, Psychologie, Jugendhilfe und Wissenschaft stellten dort fest, dass übermäßiger Medienkonsum im Saarland ein wachsendes Problem darstellt, das politische Aufmerksamkeit und konkrete Maßnahmen erfordert. Die Expertinnen und Experten betonten, dass Prävention, Medienbildung und eine bessere Unterstützung von Familien dringend notwendig seien, um Kinder und Jugendliche vor digitalen Risiken zu schützen. Die hohe Beteiligung am Medienkompetenztag aus Schulen, Kitas, Jugendhilfe und Elternschaft unterstreicht, dass das Thema längst im pädagogischen Alltag angekommen ist.
Ein starkes Signal und ein klarer Auftrag für die Zukunft im Saarland: Modulare Fortbildungsreihe „Kinderschutz in der ambulanten Medizin“
Mit einer dreiteiligen Fortbildungsreihe hat das Saarland im Herbst 2025 ein starkes Zeichen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen gesetzt. Die Veranstaltungsreihe, die von Expertinnen und Experten aus Medizin, Psychologie, Rechtswissenschaft und Jugendhilfe gestaltet wurde, fand große Resonanz unter den Teilnehmenden aus dem Gesundheitswesen. Flankierend begleitet wurde sie durch den Kinderschutzbeauftragten des Saarlandes, Kai Frisch, der die Bedeutung eines vernetzten und qualifizierten Kinderschutzes im Land immer wieder hervorhob. Die Gesamtmoderation der Fortbildungsreihe lag bei Dr. med. Holger Wahl, Kinder- und Jugendarzt aus Saarbrücken, der die Module fachkundig und verbindend leitete.
Modul 1
Der Auftakt der Reihe begann mit einer Begrüßung durch die Veranstalter, bevor Dr. med. Birte Schmitt die Bedeutung des Kinderschutzes in der ambulanten Medizin herausarbeitete.
Im Anschluss erläuterten Mathias Dier von der Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe Saar sowie der Kinderschutzbeauftragte des Saarlandes, Kai Frisch, die zentralen Inhalte des saarländischen Kinderschutzgesetzes. Die Teilnehmenden erhielten damit einen praxisnahen Einblick in rechtliche Grundlagen und Verantwortlichkeiten, insbesondere zu den Möglichkeiten des interkollegialen Ärzteaustauschs bei Kinderschutzfragen.
Abgerundet wurde das Modul durch einen Beitrag von Eileen Cremers von der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, die die Abrechnungsmodalitäten im Kontext der § 8a Beratung im Kinderschutz vorstellte.
Modul 2
Im zweiten Modul standen die verschiedenen Erscheinungsformen von Kindeswohlgefährdung im Mittelpunkt. Dipl.-Psych. Roman Faas vom Universitätsklinikum des Saarlandes führte in die psychologischen und entwicklungsbezogenen Aspekte ein und zeigte auf, wie komplex die Erkennung von Gefährdungslagen sein kann.
Dr. med. Daniela Bellmann von REMAKS erläuterte anschließend die Spuren körperlicher Gewalt und die Herausforderungen der rechtsmedizinischen Diagnostik. Darauf aufbauend stellte Dr. med. Stephanie Lehmann-Kannt die Möglichkeiten und Grenzen der körperlichen Diagnostik bei Verdacht auf sexuelle Gewalt dar.
Zum Abschluss des Moduls widmete sich Roman Faas der Frage, wie Vernachlässigung erkannt werden kann – eine der häufigsten, aber oft am schwersten zu identifizierenden Formen der Kindeswohlgefährdung.Modul 3
Das dritte Modul richtete den Blick auf das konkrete Vorgehen im Verdachtsfall. Nina Meiser vom Kinderschutzteam des Regionalverbands Saarbrücken erläuterte praxisnah, wie ambulante Praxen bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung strukturiert vorgehen können und welche Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Istanbul-Konvention, vorgestellt von Jane Eichhorn aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit.
Zum Abschluss stellten Dr. med. Gesine Thünenkötter und Eveline Zobel die Frühen Hilfen im Regionalverband Saarbrücken vor – ein zentrales präventives Angebot, das Familien frühzeitig unterstützt und Risiken reduziert.
Die durchweg positive Resonanz der Teilnehmenden zeigt, wie groß der Bedarf an qualifizierter Weiterbildung im Kinderschutz ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Kinderschutz im Saarland weiter gestärkt werden muss. Die Herausforderungen – von der Früherkennung über die interdisziplinäre Zusammenarbeit bis hin zur rechtlichen Sicherheit – bleiben komplex. Der Kinderschutzbeauftragte des Saarlandes betonte daher, dass eine kontinuierliche Qualifizierung unverzichtbar sei. Vor diesem Hintergrund steht bereits fest, dass die Fortbildungsreihe im kommenden Jahr erneut aufgelegt werden soll. Sie bildet einen wichtigen Baustein, um den Kinderschutz im Saarland nachhaltig zu stärken und alle beteiligten Berufsgruppen bestmöglich zu unterstützen.
Das Saarland plant 2026 den ersten saarländischen Kinder- und Jugendhilfetag
Der deutsche Kinder- und Jugendhilfetag 2025 in Leipzig bot Fachkräften aus dem gesamten Bundesgebiet eine zentrale Plattform für Austausch, Vernetzung und zukunftsweisende Impulse im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Auch das Kompetenzzentrum Kinderschutz des Saarlandes war vor Ort vertreten – und zieht ein durchweg positives Fazit. Eine neue Idee ist geboren: Das Saarland sieht die Notwenigkeit für einen eigenen KJHT und möchte dies sogleich im September 2026 umsetzen.
In Leipzig wurde am KJHT 2025 ein vielfältiges Programm aus Fachvorträgen, Workshops und praxisorientierten Ausstellungen präsentiert. Die verschiedenen Messevertreter setzten wichtige Akzente für den Schutz und die Förderung junger Menschen. Die Vertreterinnen und Vertreter des Saarländischen Kompetenzzentrums nutzten die Gelegenheit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern zu vernetzen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen. Besonders gewürdigt wurde der starke Praxisbezug vieler Angebote sowie der offene Dialog zu aktuellen Herausforderungen im Kinderschutz. Neben dem Kompetenzzentrum Kinderschutz war eine Delegation mit dem Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit, Dr. Magnus Jung, vor Ort in Leipzig und konnte sich ein Bild von den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Kinderschutz zu machen.
Der Besuch in Leipzig unterstreicht einmal mehr, wie wichtig bundesweite Vernetzung und kontinuierliche Weiterentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe sind – für den Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft.
v.l.n.r.: Katharina Trauden (Kompetenzzentrum Kinderschutz), Patrick Jochum (MASFG), Alexander Jochum (MASFG), Georg Vogel (MASFG), Magnus Jung (Minister MASFG), Petra Spoo-Ludwig (MASFG), Clara Blessing (Kompetenzzentrum Kinderschutz)
Kinderrechte im Fokus: Freiwillige Ganztagsgrundschule besucht das Kompetenzzentrum Kinderschutz und den Saarländischen Landtag
Saarbrücken – Mit großer Begeisterung und beeindruckendem Engagement haben 20 Grundschulkinder der 2. und 3. Klassenstufe der Freiwilligen Ganztagsgrundschule Rastpfuhl am 18. September an einem Projekttag zum Thema Kinderrechte in Literatur und Kunst teilgenommen. Initiiert wurde die Projektreise bereits im Herbst 2024 vom Kinderschutzbund Ortsverband Saarbrücken. Im Verlauf der Projektreise zum Thema Kinderrechte in Literatur und Kunst entstanden mehrere künstlerische Werke der Schülerschaft, wovon eines einen Platz im Kompetenzzentrum Kinderschutz erhielt. Weitere Werke werden im Saarländischen Landtag ausgestellt.
Beim Besuch im Kompetenzzentrum Kinderschutz wurden die jungen Teilnehmenden vom Kinderschutzbeauftragen Kai Frisch und seiner Mitarbeiterin Katharina Trauden altersgerecht über ihre Rechte und die Inhalte der UN-Kinderrechtskonvention informiert.
Die Kinder zeigten nicht nur großes Interesse, sondern brachten sich aktiv in die Diskussionen ein. In der kleinen Gruppe und offenen Gesprächsrunden äußerten sie zahlreiche Ideen, wo und wie sie sich mehr Mitbestimmung wünschen – etwa bei der Planung von Spielplätzen, der Gestaltung von Schulhöfen oder bei Entscheidungen im Schulalltag. Besonders kreativ war der Vorschlag, künftig Personen einzusetzen, die auf Spielplätzen für Sicherheit sorgen und darauf achten, dass nichts passiert, was Kindern schaden könnte.
Ein Höhepunkt stand den Kindern noch bevor: In der darauffolgenden Woche besuchten sie gemeinsam mit Kindern einer saarländischen Förderschule den Landtag des Saarlandes, um dort mit Abgeordneten über ihre Anliegen zu sprechen. Im Zentrum standen dabei die Themen Mitbestimmung, Schutz und Beteiligung. Ziel war es, den politischen Entscheidungsträgern zu zeigen, wie wichtig es ist, Kinder ernst zu nehmen und ihre Perspektiven in politische Prozesse einzubeziehen.
Der Projekttag war ein starkes Zeichen dafür, dass Kinder nicht nur geschützt, sondern auch gehört werden müssen. Mit ihrem Besuch im Landtag setzten die Schüler ein klares Zeichen: Kinderrechte gehören in die Mitte der Gesellschaft – und in die Parlamente.
Auch im Hinblick auf den Weltkindertag, in dessen Kontext die Gesamtveranstaltung stattfand und der sich dem Schwerpunkt „Bausteine der Demokratie“ widmete, sehen der Kinderschutzbeauftragte des Saarlandes Kai Frisch und sein Team auch zukünftig für solche Aktionen einen hohen Bedarf.
Kinderrechte kreativ erleben – Die „Grünschnäbel“ präsentieren ihren eigenen Kinderrechte-Comic
In Ottweiler ist in den vergangenen Wochen ein besonderes Projekt entstanden, das zeigt, wie wirkungsvoll Kinderrechte vermittelt werden können, wenn Kinder selbst aktiv werden. Die Jugendpflegerin der Stadt Ottweiler und die evangelische Kirchengemeinde Ottweiler haben gemeinsam mit dem Adolf-Bender-Zentrum eine Veranstaltung für die Kindergruppe „Grünschnäbel“ organisiert, die spielerisches Lernen mit kreativer Gestaltung verband.
Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können Kinder ihre Rechte besser verstehen – und vielleicht sogar selbst erklären? Bei der Aktion konnten die Kinder an einem Rechterad drehen, Fragen zu ihren Rechten beantworten und kleine Geschenke als Belohnung erhalten. Durch diese interaktive und altersgerechte Methode wurde das Thema Kinderrechte auf unterhaltsame Weise vermittelt. Die Kinder hatten die Gelegenheit, ihre Rechte zu entdecken, Fragen zu stellen und mehr über ihre eigenen Schutzmöglichkeiten zu erfahren.
Diese Aktion zeigt: Kinder so früh wie möglich über ihre Rechte aufzuklären trägt dazu bei, ihnen das Gefühl zu geben, gehört, geschützt und wertgeschätzt zu werden. Es stärkt ihr Selbstvertrauen und zeigt ihnen, dass sie in ihrer Einzigartigkeit und Würde anerkannt sind.
Im weiteren Verlauf des Projektes entwickelten die Grünschnäbel einen Kinderrechte-Comic. Die Kinder entschieden sich im Vorfeld für jene Kinderrechte, die ihnen besonders wichtig waren und die sie im Comic darstellen wollten. Mit viel Fantasie, Farben und Ideenreichtum entstanden so individuelle Comicseiten, die zeigen, wie Kinder ihre Rechte wahrnehmen, verstehen und interpretieren. Der eigene Kinderrechte-Comic wurde von der Künstlerin Isabel Jasten begleitet. Der fertige Comic wurde im Kompetenzzentrum Kinderschutz Saarbrücken feierlich überreicht und erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Anwesend waren der Kinderschutzbeauftragte des Saarlandes, die Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe sowie zahlreiche Fachkräfte.
Ein besonderer Gast war Minister Dr. Magnus Jung (Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit), der das Engagement der Kinder und der beteiligten Fachkräfte ausdrücklich würdigte. Er betonte, wie wichtig es sei, Kinderrechte sichtbar, verständlich und zugänglich zu machen – und dass dieses Projekt dafür ein beeindruckendes Beispiel sei.
Der Comic soll nun saarlandweit an Kinder, Fachkräfte und Einrichtungen verteilt werden, die sich mit Kinderrechten beschäftigen. Er dient als anschauliches Werkzeug, um Kinderrechte niedrigschwellig und kindgerecht zu vermitteln – und zeigt gleichzeitig, wie wertvoll Beteiligung und Mitbestimmung schon im jungen Alter sind.
Das Kompetenzzentrum Kinderschutz dankte allen Kindern sowie den engagierten Erwachsenen, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Die „Grünschnäbel“ haben mit ihrem Comic nicht nur etwas Kreatives geschaffen, sondern auch einen Beitrag dazu geleistet, Kinderrechte im Saarland weiter zu stärken.
Kinderschutz stärken: Pilotprojekt des Kinderschutzbeauftragten mit dem Landesportverband für das Saarland, LSVS und SOS-Beratungszentrum Kinderschutz erfolgreich abgeschlossen
Zum 31. Dezember 2024 endete die verpflichtende Einführung des DOSB-Stufenmodells (Deutscher Olympischer Sportbund) zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport. Parallel zu den Vorgaben im Sport stärkt das Saarländische Kinderschutzgesetz (SKG) den rechtlichen Rahmen für Kinder- und Jugendschutz – auch insbesondere mit dem Fokus auf Sport und Ehrenamt.
Um Vereine bei der Entwicklung eigener Schutzkonzepte zu unterstützen, starteten der LSVS und die Sportjugend Saar gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Kinderschutz und dem SOS-Beratungszentrum im September 2024 ein Pilotprojekt. Dabei wurden zentrale Bausteine für präventive Kinderschutzmaßnahmen im Sport ausgearbeitet, die Vereine künftig nutzen können, um sichere Strukturen zu schaffen.
Clara Blessing vom Kompetenzzentrum Kinderschutz betonte, wie wichtig gewaltfreie Räume für Kinder und Jugendliche sind und dass Schutzkonzepte feste Bestandteile der Vereinsarbeit werden müssen – inklusive klarer Regeln, Ansprechpartner:innen und qualifizierter Trainer:innen.
Im Juni 2025 erhielten 24 Teilnehmende aus saarländischen Vereinen ihr Zertifikat für die erfolgreiche Schulung. Das Projekt umfasste digitale und Präsenztreffen, in denen Grundlagen des Kinderschutzes, rechtliche Aspekte, Fallbeispiele sowie der Umgang mit Verdachtsfällen und Widerständen behandelt wurden. Ein Schwerpunkt lag auf den Kinderrechten und der Definition von Kindeswohlgefährdung nach §1666 BGB.
Die beiden Referentinnen des SOS-Beratungszentrum Kinderschutz verdeutlichten, dass Schutzkonzepte Risiken reduzieren, Handlungssicherheit schaffen und Kindern wie Jugendlichen Zugang zu Hilfe ermöglichen. Vereine sollen damit Orte werden, an denen Kinder geschützt sind und Unterstützung finden – sowohl bei Vorfällen im Verein als auch im privaten Umfeld. Dazu gehören u. a. eine klare Positionierung des Vorstandes, benannte Ansprechpersonen und ein Interventionsplan.
Bei der Abschlussveranstaltung auf dem SPORTCAMPUS SAAR würdigten die Verantwortlichen das Engagement der Teilnehmenden und die entstandenen Schutzkonzepte. LSVS-Vorstand Johannes Kopkow hob hervor, dass Kinderschutz eine zentrale Aufgabe aller Sportorganisationen sei.
Vereine, die Unterstützung wünschen, können über safesport@lsvs.de Beratungstermine vereinbaren.
SOS-Beratungszentrum Kinderschutz geht mit DigiBalance an den Start: Neues Projekt zum Umgang mit digitalen und sozialen Medien
Digitale und Soziale Medien sowie Gaming sind fester Bestandteil im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger ist es, einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit diesen frühzeitig zu lernen und zu praktizieren.
DigiBalance setzt genau dort an und unterstützt seit Mitte 2025 Kinder und Jugendliche bei diesem Prozess. Das kostenfreie Angebot richtet sich an:
- Kinder (ab 3 Jahren) und Jugendliche
- Eltern/Sorgeberechtigte
- Fachkräfte im pädagogischen Bereich
- Ehrenamtliche im Sport- und Freizeitbereich
DigiBalance behandelt Themen wie:
- Förderung der psychischen Gesundheit
- gelingende Selbstfürsorge
- Förderung von Selbstbewusstsein/Selbstwirksamkeit
- kritischer Medienkonsum
- Konflikten wirksam begegnen
SOS-Kinderdorf Saarbrücken
Beratungszentrum Kinderschutz
Brauerstraße 25, 66123 SaarbrückenAnsprechpartnerinnen:
Valeria Wlassow und Tanja DuttlingerTelefon 0681 93652-75 oder 0681 93652-83
kischu.kd-saarbruecken@sos-kinderdorf.de
Dieses Angebot wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit.
Vom Start zur Wirkung: Der Saarländische Rat für Kinderschutz setzt nach sieben Sitzungen klare Akzente und Ausblicke für 2026
Mit der Einrichtung des Amtes für Kinderschutz hat das Saarland einen wichtigen Schritt getan, um den Kinderschutz dauerhaft, strategisch und zukunftsorientiert zu verankern.
Um die Arbeit des Kinderschutzbeauftragten Kai Frisch fachlich möglichst breit abzustützen, wurde gemäß § 8 des Saarländischen Kinderschutzgesetzes der Saarländische Rat für Kinderschutz (SRK) geschaffen. Dieses unabhängige Gremium vereint Expertise aus Wissenschaft und Fachpraxis. Die Ratsmitglieder bringen Perspektiven aus unterschiedlichen Disziplinen ein – von der Kinder- und Jugendhilfe über Medizin und Recht bis hin zu Bildung, Sport und Forschung. Der Zweck des SRK ist klar definiert: Er berät und unterstützt den Kinderschutzbeauftragten insbesondere bei den Aufgaben.Rückblick 2024
Die Mitglieder des SRK wurden für eine Amtszeit von fünf Jahren berufen. Insgesamt wurden 17 Mitglieder sowie stellvertretende Mitglieder benannt – ein breites Spektrum an Fachleuten und Institutionen:
Der Saarländische Landkreistag konnte drei Mitglieder berufen, Minister Dr. Magnus Jung (Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit) berief drei Mitglieder, Ministerin Christine Streichert-Clivot (Ministerium für Bildung und Kultur) berief ein Mitglied, der Kinderschutzbeauftragte Kai Frisch berief vier Mitglieder und der Landesjugendhilfeausschuss berief sechs Mitglieder.
Die Zusammensetzung spiegelt die Vielfalt der Kinderschutzlandschaft wider: Jugendamtsleitungen, ASD-Leitungen, Vertreterinnen und Vertreter des Landesjugendrings, Kinderärztinnen und -ärzte, Abgeordnete des Landtags, Fachleute aus Bildung und Soziales, Hochschulen, Sportverbänden, dem Universitätsklinikum des Saarlandes, der Familiengerichtsbarkeit sowie Trägern der Jugendhilfe wie Kinderschutzbund, SOS-Kinderdorf, AWO, Caritas und den Kirchen.
Insgesamt engagieren sich 14 Männer und 20 Frauen im Rat – ehrenamtlich und mit großem fachlichem Einsatz. Der Saarländische Rat für Kinderschutz tagte mindestens einmal pro Quartal. Seit seiner Konstituierung am 28. Mai 2024 hat er kontinuierlich an zentralen Themen des Kinderschutzes gearbeitet. Am 3. Dezember 2025 fand bereits die 7. Sitzung des Gremiums statt.Um besonders relevante Themen vertieft zu bearbeiten, wurden drei thematische Arbeitsgemeinschaften eingerichtet:
- Kinderschutz im Ehrenamt und Sport
- Kinderschutz im medizinischen und therapeutischen Bereich
- Kinderschutz in der Kinder- und Jugendhilfe
Mit dem Saarländischen Rat für Kinderschutz entsteht ein einzigartiges Netzwerk, das Wissen bündelt, Perspektiven zusammenführt und den Kinderschutz im Land nachhaltig stärkt. Die enge Zusammenarbeit zwischen Praxis, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft schafft die Grundlage dafür, Kinder und Jugendliche im Saarland bestmöglich zu schützen und ihre Rechte konsequent zu stärken.
Ausblick 2026
Im Februar 2026 führen die thematischen Arbeitsgemeinschaften ihre Arbeit in ihren dritten Sitzungen fort – ein Zeichen für die hohe Dynamik und das Engagement innerhalb des SRK.
In der AG Kinderschutz im Ehrenamt und Sport liegt der Fokus auf der Übersicht einer Bestandsaufnahme im Saarland zum Themenschwerpunkt Kinderschutz im Ehrenamt. Der Fokus der Arbeitsgemeinschaft liegt auf der Weiterentwicklung einer verlässlichen Ansprech- und Kommunikationskultur innerhalb von Vereinsstrukturen. Dabei werden insbesondere Fragestellungen rund um den Umgang mit Verdachtsfällen in Vereinen bearbeitet – etwa sichere Handlungswege, standardisierte Vorgehensweisen bei Vorkommnissen und klare Verantwortlichkeiten. Darüber hinaus setzt sich diese AG intensiv mit der Fort- und Weiterbildungslandschaft im Saarland auseinander und arbeitet daran konzeptionell, entsprechende Angebote sowie wichtige Informationen wirksam in die Öffentlichkeit zu tragen.
Die AG Kinderschutz im medizinischen und therapeutischen Bereich und die AG Kinderschutz in der Kinder- und Jugendhilfe nehmen die zahlreichen Herausforderungen und Themen ihrer Handlungsfelder, aber auch die Schnittstellen der Bereiche unter die Lupe. Dazu gehören die strukturellen Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Herausforderungen. Ein Schwerpunkt wird der Bedarf an spezialisierten Angeboten in der Kinder- und Jugendhilfe sein. Ebenso die Personalsituation wozu auch der Bedarf an Fort- und Weiterbildung und die Personalbindung gehören. Im medizinisch-therapeutischen Bereich werden der Kinderschutz in der ambulanten Medizin und die Bedarfe an Beratung und Therapie für Kinder und Jugendliche weiterhin im Blick behalten.
Der Kinderschutzbeauftragte wird hierzu mit allen Ebenen der Kinder- und Jugendhilfe und den entsprechenden Gremien zur thematischen Abstimmung in den Austausch gehen.
„Uuugh – Falsches Spiel“ – ein Serious Game zur Prävention sexualisierter Gewalt
Würdest du erkennen, wenn dich jemand manipuliert? Vor allem dann, wenn das Ziel (sexualisierte) Gewalt ist? Genau hier setzt das neue Serious Game „Uuugh – Falsches Spiel“ an. Ein Serious Game ist ein digitales Spiel (z.B. als App), das spielerische Elemente nutzt, um Lernen oder Verhaltensänderung zu fördern. „Uuugh – Falsches Spiel“ soll Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren dabei unterstützen, Täterstrategien spielerisch kennenzulernen und im realen Leben schneller zu erkennen.
Die Wissensvermittlung erfolgt nicht belehrend, sondern durch gezielte Offenlegung des Tätervorgehens. Nach jedem Szenario erhalten die Spieler:innen Hinweiskarten, die die eingesetzten Strategien erklären und einordnen. Ergänzend vermittelt das Spiel wichtige Schutzmaßnahmen, etwa zum Verständnis von Konsens, zum Erkennen sexualisierter Sprache oder angemessenen Reaktionen auf Grenzverletzungen.
Entwickelt wurde das Spiel von der Sektion „Schutzkonzepte/Schutzprozesse im Gesundheitswesen und E-Learning“ der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Ulm in Zusammenarbeit mit dem Cologne Game Lab der Technischen Hochschule Köln. Das Spiel ist kostenlos, niedrigschwellig nutzbar und direkt spielbar. Weitere Informationen finden sich auf der Projektwebsite: https://uuugh.de
Dort gibt es zudem Hinweise für Eltern und Betreuer:innen sowie eine Übersicht typischer Täterstrategien mit passenden Schutz Tipps für den Alltag. Ergänzend steht eine Broschüre zum Download zur Verfügung, die die wichtigsten Informationen bündelt, Hintergründe erklärt und praktische Tipps zur Prävention und zum richtigen Handeln vermittelt. Ausprobieren lässt sich „Uuugh – Falsches Spiel“ im Google Play Store und im App Store.
Möchten Sie mehr über das Thema Schutzkonzepte und Gewaltprävention im Ehrenamt erfahren? Auf der Plattform „Kinderschutz im Saarland“ (https://kinderschutz-im-saarland.de) finden Sie die Online-Kurse „Schutzkonzepte zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext“ sowie „Sensibilisierung und Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext“:
Schutzkonzepte zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext
Inhalte:
Vermittlung von Grundlagenwissen zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext und zur Erstellung von Schutzkonzepten u. v. m.Zielgruppe:
Alle ehrenamtlich Tätigen, die an der Schutzkonzeptentwicklung beteiligt oder daran interessiert sind, insbesondere Ehrenamtliche in LeitungsfunktionenBearbeitungsumfang:
Flyer
ca. 15 StundenSensibilisierung und Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext
Inhalte:
Sensibilisierung für Gefährdungsfaktoren und die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit (sexualisierter) Gewalt im ehrenamtlichen Kontext. Vermittlung von Grundlagenwissen zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext.Zielgruppe:
Alle ehrenamtlich TätigenBearbeitungsumfang:
Flyer
ca. 4 StundenFür Personen, die im Saarland ehrenamtlich tätig sind, ist die Teilnahme kostenfrei.
Die Kinderschutz-Plattform bietet darüber hinaus auch zahlreiche Fortbildungsangebote für Fachkräfte an (Teilnahme für Fach kräfte mit Dienstort im Saarland ebenfalls kostenfrei):
Kinderschutz in der Medizin –
Ein Grundkurs für alle Gesundheitsberufe
Traumapädagogik
Traumatherapie
Leitungswissen Kinderschutz in Institutionen –
Ein Online-Kurs für Führungskräfte
Schutzkonzepte in Organisationen –
Schutzprozesse partizipativ und achtsam gestalten
Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche –
Grundlagen, Prävention und Intervention
Gute Kinderschutzverfahren
Impressum
Herausgeber
Universitätsklinikum Ulm
89070 Ulm
Umsatzsteueridentifikationsnummer DE147040060Vertretung
Leitender Ärztlicher Direktor:
Prof. Dr. Udo X. Kaisers
Kaufmännische Direktorin:
Christa HohnerKontakt
Post: Universitätsklinikum Ulm, Vorstand, 89070 Ulm
Telefon: 0731/500-0
Telefax: 0731/500-43002
E-Mail: info.allgemein@uniklinik-ulm.deAufsichtsbehörde
Ministerium für Wissenschaft, Forschung
und Kunst Baden-Württemberg
Königstraße 46
70173 StuttgartNewsletter abbestellen: https://kinderschutz-im-saarland.de/local/newsletter/
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Kinderschutzbeauftragter des Saarlandes
6. Saarländischer Medienkompetenztag rückt Risiken übermäßigen Medienkonsums in den Fokus
Nach der Begrüßung durch Karin Bickelmann, Leiterin des MedienkompetenzZentrums in Saarbrücken, eröffnete Diplom-Sozialpädagoge Martin Seidl den Tag mit einer Keynote, die Ursachen, Dynamiken und Folgen intensiver Mediennutzung beleuchtete. Er zeigte auf, wie stark digitale Medien den Alltag junger Menschen prägen und welche Risiken entstehen, wenn Bildschirmzeiten ausufern oder Inhalte nicht altersgerecht sind.
Im Anschluss boten zahlreiche Workshops praxisnahe Einblicke in aktuelle Herausforderungen:
- Verbreitung pornografischer Inhalte über soziale Medien
- Datenschutz im Kita-Alltag
- Prävention und Intervention bei (Cyber-)Mobbing
- Veränderungen moderner Medieninhalte
- Mental Health-Angebote für Grundschulkinder
- Präventionsarbeit mit Grundschulklassen
- Hate Speech und Umgangsformen im Netz
Im Nachmittagsworkshop folgte ein weiterer Schwerpunkt, der den Kinderschutz explizit einbezog: „Digitale Medien im Säuglings- und Vorschulalter, Bindungsentwicklung und Kinderschutz“, gestaltet von Dr. Frank W. Paulus vom Universitätsklinikum Homburg und Kai Frisch, dem Saarländischen Kinderschutzbeauftragten. Hier wurde deutlich, wie früh digitale Medien in Familien präsent sind – und wie wichtig es ist, Risiken wie Überforderung, Reizüberflutung oder fehlende Bindungsqualität ernst zu nehmen. Kai Frisch nutzte den Medienkompetenztag, um erneut auf die Dringlichkeit des Themas hinzuweisen. Bereits 2024 hatte er gemeinsam mit der AWO Saarland eine große Fachtagung zu digitalen Gefahren durchgeführt, bei der Expertinnen und Experten aufzeigten, wie stark digitale Risiken – von Cybermobbing bis zu problematischem Gaming – den Kinderschutz betreffen.
Auch im Saarländischen Rat für Kinderschutz wurde das Thema schon mehrfach beraten. Fachleute aus Medizin, Psychologie, Jugendhilfe und Wissenschaft stellten dort fest, dass übermäßiger Medienkonsum im Saarland ein wachsendes Problem darstellt, das politische Aufmerksamkeit und konkrete Maßnahmen erfordert. Die Expertinnen und Experten betonten, dass Prävention, Medienbildung und eine bessere Unterstützung von Familien dringend notwendig seien, um Kinder und Jugendliche vor digitalen Risiken zu schützen. Die hohe Beteiligung am Medienkompetenztag aus Schulen, Kitas, Jugendhilfe und Elternschaft unterstreicht, dass das Thema längst im pädagogischen Alltag angekommen ist.
Ein starkes Signal und ein klarer Auftrag für die Zukunft im Saarland: Modulare Fortbildungsreihe „Kinderschutz in der ambulanten Medizin“
Mit einer dreiteiligen Fortbildungsreihe hat das Saarland im Herbst 2025 ein starkes Zeichen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen gesetzt. Die Veranstaltungsreihe, die von Expertinnen und Experten aus Medizin, Psychologie, Rechtswissenschaft und Jugendhilfe gestaltet wurde, fand große Resonanz unter den Teilnehmenden aus dem Gesundheitswesen. Flankierend begleitet wurde sie durch den Kinderschutzbeauftragten des Saarlandes, Kai Frisch, der die Bedeutung eines vernetzten und qualifizierten Kinderschutzes im Land immer wieder hervorhob. Die Gesamtmoderation der Fortbildungsreihe lag bei Dr. med. Holger Wahl, Kinder- und Jugendarzt aus Saarbrücken, der die Module fachkundig und verbindend leitete.
Modul 1
Der Auftakt der Reihe begann mit einer Begrüßung durch die Veranstalter, bevor Dr. med. Birte Schmitt die Bedeutung des Kinderschutzes in der ambulanten Medizin herausarbeitete.
Im Anschluss erläuterten Mathias Dier von der Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe Saar sowie der Kinderschutzbeauftragte des Saarlandes, Kai Frisch, die zentralen Inhalte des saarländischen Kinderschutzgesetzes. Die Teilnehmenden erhielten damit einen praxisnahen Einblick in rechtliche Grundlagen und Verantwortlichkeiten, insbesondere zu den Möglichkeiten des interkollegialen Ärzteaustauschs bei Kinderschutzfragen.
Abgerundet wurde das Modul durch einen Beitrag von Eileen Cremers von der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, die die Abrechnungsmodalitäten im Kontext der § 8a Beratung im Kinderschutz vorstellte.
Modul 2
Im zweiten Modul standen die verschiedenen Erscheinungsformen von Kindeswohlgefährdung im Mittelpunkt. Dipl.-Psych. Roman Faas vom Universitätsklinikum des Saarlandes führte in die psychologischen und entwicklungsbezogenen Aspekte ein und zeigte auf, wie komplex die Erkennung von Gefährdungslagen sein kann.
Dr. med. Daniela Bellmann von REMAKS erläuterte anschließend die Spuren körperlicher Gewalt und die Herausforderungen der rechtsmedizinischen Diagnostik. Darauf aufbauend stellte Dr. med. Stephanie Lehmann-Kannt die Möglichkeiten und Grenzen der körperlichen Diagnostik bei Verdacht auf sexuelle Gewalt dar.
Zum Abschluss des Moduls widmete sich Roman Faas der Frage, wie Vernachlässigung erkannt werden kann – eine der häufigsten, aber oft am schwersten zu identifizierenden Formen der Kindeswohlgefährdung.Modul 3
Das dritte Modul richtete den Blick auf das konkrete Vorgehen im Verdachtsfall. Nina Meiser vom Kinderschutzteam des Regionalverbands Saarbrücken erläuterte praxisnah, wie ambulante Praxen bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung strukturiert vorgehen können und welche Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Istanbul-Konvention, vorgestellt von Jane Eichhorn aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit.
Zum Abschluss stellten Dr. med. Gesine Thünenkötter und Eveline Zobel die Frühen Hilfen im Regionalverband Saarbrücken vor – ein zentrales präventives Angebot, das Familien frühzeitig unterstützt und Risiken reduziert.
Die durchweg positive Resonanz der Teilnehmenden zeigt, wie groß der Bedarf an qualifizierter Weiterbildung im Kinderschutz ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Kinderschutz im Saarland weiter gestärkt werden muss. Die Herausforderungen – von der Früherkennung über die interdisziplinäre Zusammenarbeit bis hin zur rechtlichen Sicherheit – bleiben komplex. Der Kinderschutzbeauftragte des Saarlandes betonte daher, dass eine kontinuierliche Qualifizierung unverzichtbar sei. Vor diesem Hintergrund steht bereits fest, dass die Fortbildungsreihe im kommenden Jahr erneut aufgelegt werden soll. Sie bildet einen wichtigen Baustein, um den Kinderschutz im Saarland nachhaltig zu stärken und alle beteiligten Berufsgruppen bestmöglich zu unterstützen.
Das Saarland plant 2026 den ersten saarländischen Kinder- und Jugendhilfetag
Der deutsche Kinder- und Jugendhilfetag 2025 in Leipzig bot Fachkräften aus dem gesamten Bundesgebiet eine zentrale Plattform für Austausch, Vernetzung und zukunftsweisende Impulse im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Auch das Kompetenzzentrum Kinderschutz des Saarlandes war vor Ort vertreten – und zieht ein durchweg positives Fazit. Eine neue Idee ist geboren: Das Saarland sieht die Notwenigkeit für einen eigenen KJHT und möchte dies sogleich im September 2026 umsetzen.
In Leipzig wurde am KJHT 2025 ein vielfältiges Programm aus Fachvorträgen, Workshops und praxisorientierten Ausstellungen präsentiert. Die verschiedenen Messevertreter setzten wichtige Akzente für den Schutz und die Förderung junger Menschen. Die Vertreterinnen und Vertreter des Saarländischen Kompetenzzentrums nutzten die Gelegenheit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern zu vernetzen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen. Besonders gewürdigt wurde der starke Praxisbezug vieler Angebote sowie der offene Dialog zu aktuellen Herausforderungen im Kinderschutz. Neben dem Kompetenzzentrum Kinderschutz war eine Delegation mit dem Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit, Dr. Magnus Jung, vor Ort in Leipzig und konnte sich ein Bild von den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Kinderschutz zu machen.
Der Besuch in Leipzig unterstreicht einmal mehr, wie wichtig bundesweite Vernetzung und kontinuierliche Weiterentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe sind – für den Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft.
v.l.n.r.: Katharina Trauden (Kompetenzzentrum Kinderschutz), Patrick Jochum (MASFG), Alexander Jochum (MASFG), Georg Vogel (MASFG), Magnus Jung (Minister MASFG), Petra Spoo-Ludwig (MASFG), Clara Blessing (Kompetenzzentrum Kinderschutz)
Kinderrechte im Fokus: Freiwillige Ganztagsgrundschule besucht das Kompetenzzentrum Kinderschutz und den Saarländischen Landtag
Saarbrücken – Mit großer Begeisterung und beeindruckendem Engagement haben 20 Grundschulkinder der 2. und 3. Klassenstufe der Freiwilligen Ganztagsgrundschule Rastpfuhl am 18. September an einem Projekttag zum Thema Kinderrechte in Literatur und Kunst teilgenommen. Initiiert wurde die Projektreise bereits im Herbst 2024 vom Kinderschutzbund Ortsverband Saarbrücken. Im Verlauf der Projektreise zum Thema Kinderrechte in Literatur und Kunst entstanden mehrere künstlerische Werke der Schülerschaft, wovon eines einen Platz im Kompetenzzentrum Kinderschutz erhielt. Weitere Werke werden im Saarländischen Landtag ausgestellt.
Beim Besuch im Kompetenzzentrum Kinderschutz wurden die jungen Teilnehmenden vom Kinderschutzbeauftragen Kai Frisch und seiner Mitarbeiterin Katharina Trauden altersgerecht über ihre Rechte und die Inhalte der UN-Kinderrechtskonvention informiert.
Die Kinder zeigten nicht nur großes Interesse, sondern brachten sich aktiv in die Diskussionen ein. In der kleinen Gruppe und offenen Gesprächsrunden äußerten sie zahlreiche Ideen, wo und wie sie sich mehr Mitbestimmung wünschen – etwa bei der Planung von Spielplätzen, der Gestaltung von Schulhöfen oder bei Entscheidungen im Schulalltag. Besonders kreativ war der Vorschlag, künftig Personen einzusetzen, die auf Spielplätzen für Sicherheit sorgen und darauf achten, dass nichts passiert, was Kindern schaden könnte.
Ein Höhepunkt stand den Kindern noch bevor: In der darauffolgenden Woche besuchten sie gemeinsam mit Kindern einer saarländischen Förderschule den Landtag des Saarlandes, um dort mit Abgeordneten über ihre Anliegen zu sprechen. Im Zentrum standen dabei die Themen Mitbestimmung, Schutz und Beteiligung. Ziel war es, den politischen Entscheidungsträgern zu zeigen, wie wichtig es ist, Kinder ernst zu nehmen und ihre Perspektiven in politische Prozesse einzubeziehen.
Der Projekttag war ein starkes Zeichen dafür, dass Kinder nicht nur geschützt, sondern auch gehört werden müssen. Mit ihrem Besuch im Landtag setzten die Schüler ein klares Zeichen: Kinderrechte gehören in die Mitte der Gesellschaft – und in die Parlamente.
Auch im Hinblick auf den Weltkindertag, in dessen Kontext die Gesamtveranstaltung stattfand und der sich dem Schwerpunkt „Bausteine der Demokratie“ widmete, sehen der Kinderschutzbeauftragte des Saarlandes Kai Frisch und sein Team auch zukünftig für solche Aktionen einen hohen Bedarf.
Kinderrechte kreativ erleben – Die „Grünschnäbel“ präsentieren ihren eigenen Kinderrechte-Comic
In Ottweiler ist in den vergangenen Wochen ein besonderes Projekt entstanden, das zeigt, wie wirkungsvoll Kinderrechte vermittelt werden können, wenn Kinder selbst aktiv werden. Die Jugendpflegerin der Stadt Ottweiler und die evangelische Kirchengemeinde Ottweiler haben gemeinsam mit dem Adolf-Bender-Zentrum eine Veranstaltung für die Kindergruppe „Grünschnäbel“ organisiert, die spielerisches Lernen mit kreativer Gestaltung verband.
Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können Kinder ihre Rechte besser verstehen – und vielleicht sogar selbst erklären? Bei der Aktion konnten die Kinder an einem Rechterad drehen, Fragen zu ihren Rechten beantworten und kleine Geschenke als Belohnung erhalten. Durch diese interaktive und altersgerechte Methode wurde das Thema Kinderrechte auf unterhaltsame Weise vermittelt. Die Kinder hatten die Gelegenheit, ihre Rechte zu entdecken, Fragen zu stellen und mehr über ihre eigenen Schutzmöglichkeiten zu erfahren.
Diese Aktion zeigt: Kinder so früh wie möglich über ihre Rechte aufzuklären trägt dazu bei, ihnen das Gefühl zu geben, gehört, geschützt und wertgeschätzt zu werden. Es stärkt ihr Selbstvertrauen und zeigt ihnen, dass sie in ihrer Einzigartigkeit und Würde anerkannt sind.
Im weiteren Verlauf des Projektes entwickelten die Grünschnäbel einen Kinderrechte-Comic. Die Kinder entschieden sich im Vorfeld für jene Kinderrechte, die ihnen besonders wichtig waren und die sie im Comic darstellen wollten. Mit viel Fantasie, Farben und Ideenreichtum entstanden so individuelle Comicseiten, die zeigen, wie Kinder ihre Rechte wahrnehmen, verstehen und interpretieren. Der eigene Kinderrechte-Comic wurde von der Künstlerin Isabel Jasten begleitet. Der fertige Comic wurde im Kompetenzzentrum Kinderschutz Saarbrücken feierlich überreicht und erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Anwesend waren der Kinderschutzbeauftragte des Saarlandes, die Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe sowie zahlreiche Fachkräfte.
Ein besonderer Gast war Minister Dr. Magnus Jung (Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit), der das Engagement der Kinder und der beteiligten Fachkräfte ausdrücklich würdigte. Er betonte, wie wichtig es sei, Kinderrechte sichtbar, verständlich und zugänglich zu machen – und dass dieses Projekt dafür ein beeindruckendes Beispiel sei.
Der Comic soll nun saarlandweit an Kinder, Fachkräfte und Einrichtungen verteilt werden, die sich mit Kinderrechten beschäftigen. Er dient als anschauliches Werkzeug, um Kinderrechte niedrigschwellig und kindgerecht zu vermitteln – und zeigt gleichzeitig, wie wertvoll Beteiligung und Mitbestimmung schon im jungen Alter sind.
Das Kompetenzzentrum Kinderschutz dankte allen Kindern sowie den engagierten Erwachsenen, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Die „Grünschnäbel“ haben mit ihrem Comic nicht nur etwas Kreatives geschaffen, sondern auch einen Beitrag dazu geleistet, Kinderrechte im Saarland weiter zu stärken.
Kinderschutz stärken: Pilotprojekt des Kinderschutzbeauftragten mit dem Landesportverband für das Saarland, LSVS und SOS-Beratungszentrum Kinderschutz erfolgreich abgeschlossen
Zum 31. Dezember 2024 endete die verpflichtende Einführung des DOSB-Stufenmodells (Deutscher Olympischer Sportbund) zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport. Parallel zu den Vorgaben im Sport stärkt das Saarländische Kinderschutzgesetz (SKG) den rechtlichen Rahmen für Kinder- und Jugendschutz – auch insbesondere mit dem Fokus auf Sport und Ehrenamt.
Um Vereine bei der Entwicklung eigener Schutzkonzepte zu unterstützen, starteten der LSVS und die Sportjugend Saar gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Kinderschutz und dem SOS-Beratungszentrum im September 2024 ein Pilotprojekt. Dabei wurden zentrale Bausteine für präventive Kinderschutzmaßnahmen im Sport ausgearbeitet, die Vereine künftig nutzen können, um sichere Strukturen zu schaffen.
Clara Blessing vom Kompetenzzentrum Kinderschutz betonte, wie wichtig gewaltfreie Räume für Kinder und Jugendliche sind und dass Schutzkonzepte feste Bestandteile der Vereinsarbeit werden müssen – inklusive klarer Regeln, Ansprechpartner:innen und qualifizierter Trainer:innen.
Im Juni 2025 erhielten 24 Teilnehmende aus saarländischen Vereinen ihr Zertifikat für die erfolgreiche Schulung. Das Projekt umfasste digitale und Präsenztreffen, in denen Grundlagen des Kinderschutzes, rechtliche Aspekte, Fallbeispiele sowie der Umgang mit Verdachtsfällen und Widerständen behandelt wurden. Ein Schwerpunkt lag auf den Kinderrechten und der Definition von Kindeswohlgefährdung nach §1666 BGB.
Die beiden Referentinnen des SOS-Beratungszentrum Kinderschutz verdeutlichten, dass Schutzkonzepte Risiken reduzieren, Handlungssicherheit schaffen und Kindern wie Jugendlichen Zugang zu Hilfe ermöglichen. Vereine sollen damit Orte werden, an denen Kinder geschützt sind und Unterstützung finden – sowohl bei Vorfällen im Verein als auch im privaten Umfeld. Dazu gehören u. a. eine klare Positionierung des Vorstandes, benannte Ansprechpersonen und ein Interventionsplan.
Bei der Abschlussveranstaltung auf dem SPORTCAMPUS SAAR würdigten die Verantwortlichen das Engagement der Teilnehmenden und die entstandenen Schutzkonzepte. LSVS-Vorstand Johannes Kopkow hob hervor, dass Kinderschutz eine zentrale Aufgabe aller Sportorganisationen sei.
Vereine, die Unterstützung wünschen, können über safesport@lsvs.de Beratungstermine vereinbaren.
SOS-Beratungszentrum Kinderschutz geht mit DigiBalance an den Start: Neues Projekt zum Umgang mit digitalen und sozialen Medien
Digitale und Soziale Medien sowie Gaming sind fester Bestandteil im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger ist es, einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit diesen frühzeitig zu lernen und zu praktizieren.
DigiBalance setzt genau dort an und unterstützt seit Mitte 2025 Kinder und Jugendliche bei diesem Prozess. Das kostenfreie Angebot richtet sich an:
- Kinder (ab 3 Jahren) und Jugendliche
- Eltern/Sorgeberechtigte
- Fachkräfte im pädagogischen Bereich
- Ehrenamtliche im Sport- und Freizeitbereich
DigiBalance behandelt Themen wie:
- Förderung der psychischen Gesundheit
- gelingende Selbstfürsorge
- Förderung von Selbstbewusstsein/Selbstwirksamkeit
- kritischer Medienkonsum
- Konflikten wirksam begegnen
SOS-Kinderdorf Saarbrücken
Beratungszentrum Kinderschutz
Brauerstraße 25, 66123 SaarbrückenAnsprechpartnerinnen:
Valeria Wlassow und Tanja DuttlingerTelefon 0681 93652-75 oder 0681 93652-83
kischu.kd-saarbruecken@sos-kinderdorf.de
Dieses Angebot wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit.
Vom Start zur Wirkung: Der Saarländische Rat für Kinderschutz setzt nach sieben Sitzungen klare Akzente und Ausblicke für 2026
Mit der Einrichtung des Amtes für Kinderschutz hat das Saarland einen wichtigen Schritt getan, um den Kinderschutz dauerhaft, strategisch und zukunftsorientiert zu verankern.
Um die Arbeit des Kinderschutzbeauftragten Kai Frisch fachlich möglichst breit abzustützen, wurde gemäß § 8 des Saarländischen Kinderschutzgesetzes der Saarländische Rat für Kinderschutz (SRK) geschaffen. Dieses unabhängige Gremium vereint Expertise aus Wissenschaft und Fachpraxis. Die Ratsmitglieder bringen Perspektiven aus unterschiedlichen Disziplinen ein – von der Kinder- und Jugendhilfe über Medizin und Recht bis hin zu Bildung, Sport und Forschung. Der Zweck des SRK ist klar definiert: Er berät und unterstützt den Kinderschutzbeauftragten insbesondere bei den Aufgaben.Rückblick 2024
Die Mitglieder des SRK wurden für eine Amtszeit von fünf Jahren berufen. Insgesamt wurden 17 Mitglieder sowie stellvertretende Mitglieder benannt – ein breites Spektrum an Fachleuten und Institutionen:
Der Saarländische Landkreistag konnte drei Mitglieder berufen, Minister Dr. Magnus Jung (Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit) berief drei Mitglieder, Ministerin Christine Streichert-Clivot (Ministerium für Bildung und Kultur) berief ein Mitglied, der Kinderschutzbeauftragte Kai Frisch berief vier Mitglieder und der Landesjugendhilfeausschuss berief sechs Mitglieder.
Die Zusammensetzung spiegelt die Vielfalt der Kinderschutzlandschaft wider: Jugendamtsleitungen, ASD-Leitungen, Vertreterinnen und Vertreter des Landesjugendrings, Kinderärztinnen und -ärzte, Abgeordnete des Landtags, Fachleute aus Bildung und Soziales, Hochschulen, Sportverbänden, dem Universitätsklinikum des Saarlandes, der Familiengerichtsbarkeit sowie Trägern der Jugendhilfe wie Kinderschutzbund, SOS-Kinderdorf, AWO, Caritas und den Kirchen.
Insgesamt engagieren sich 14 Männer und 20 Frauen im Rat – ehrenamtlich und mit großem fachlichem Einsatz. Der Saarländische Rat für Kinderschutz tagte mindestens einmal pro Quartal. Seit seiner Konstituierung am 28. Mai 2024 hat er kontinuierlich an zentralen Themen des Kinderschutzes gearbeitet. Am 3. Dezember 2025 fand bereits die 7. Sitzung des Gremiums statt.Um besonders relevante Themen vertieft zu bearbeiten, wurden drei thematische Arbeitsgemeinschaften eingerichtet:
- Kinderschutz im Ehrenamt und Sport
- Kinderschutz im medizinischen und therapeutischen Bereich
- Kinderschutz in der Kinder- und Jugendhilfe
Mit dem Saarländischen Rat für Kinderschutz entsteht ein einzigartiges Netzwerk, das Wissen bündelt, Perspektiven zusammenführt und den Kinderschutz im Land nachhaltig stärkt. Die enge Zusammenarbeit zwischen Praxis, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft schafft die Grundlage dafür, Kinder und Jugendliche im Saarland bestmöglich zu schützen und ihre Rechte konsequent zu stärken.
Ausblick 2026
Im Februar 2026 führen die thematischen Arbeitsgemeinschaften ihre Arbeit in ihren dritten Sitzungen fort – ein Zeichen für die hohe Dynamik und das Engagement innerhalb des SRK.
In der AG Kinderschutz im Ehrenamt und Sport liegt der Fokus auf der Übersicht einer Bestandsaufnahme im Saarland zum Themenschwerpunkt Kinderschutz im Ehrenamt. Der Fokus der Arbeitsgemeinschaft liegt auf der Weiterentwicklung einer verlässlichen Ansprech- und Kommunikationskultur innerhalb von Vereinsstrukturen. Dabei werden insbesondere Fragestellungen rund um den Umgang mit Verdachtsfällen in Vereinen bearbeitet – etwa sichere Handlungswege, standardisierte Vorgehensweisen bei Vorkommnissen und klare Verantwortlichkeiten. Darüber hinaus setzt sich diese AG intensiv mit der Fort- und Weiterbildungslandschaft im Saarland auseinander und arbeitet daran konzeptionell, entsprechende Angebote sowie wichtige Informationen wirksam in die Öffentlichkeit zu tragen.
Die AG Kinderschutz im medizinischen und therapeutischen Bereich und die AG Kinderschutz in der Kinder- und Jugendhilfe nehmen die zahlreichen Herausforderungen und Themen ihrer Handlungsfelder, aber auch die Schnittstellen der Bereiche unter die Lupe. Dazu gehören die strukturellen Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Herausforderungen. Ein Schwerpunkt wird der Bedarf an spezialisierten Angeboten in der Kinder- und Jugendhilfe sein. Ebenso die Personalsituation wozu auch der Bedarf an Fort- und Weiterbildung und die Personalbindung gehören. Im medizinisch-therapeutischen Bereich werden der Kinderschutz in der ambulanten Medizin und die Bedarfe an Beratung und Therapie für Kinder und Jugendliche weiterhin im Blick behalten.
Der Kinderschutzbeauftragte wird hierzu mit allen Ebenen der Kinder- und Jugendhilfe und den entsprechenden Gremien zur thematischen Abstimmung in den Austausch gehen.
„Uuugh – Falsches Spiel“ – ein Serious Game zur Prävention sexualisierter Gewalt
Würdest du erkennen, wenn dich jemand manipuliert? Vor allem dann, wenn das Ziel (sexualisierte) Gewalt ist? Genau hier setzt das neue Serious Game „Uuugh – Falsches Spiel“ an. Ein Serious Game ist ein digitales Spiel (z.B. als App), das spielerische Elemente nutzt, um Lernen oder Verhaltensänderung zu fördern. „Uuugh – Falsches Spiel“ soll Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren dabei unterstützen, Täterstrategien spielerisch kennenzulernen und im realen Leben schneller zu erkennen.
Die Wissensvermittlung erfolgt nicht belehrend, sondern durch gezielte Offenlegung des Tätervorgehens. Nach jedem Szenario erhalten die Spieler:innen Hinweiskarten, die die eingesetzten Strategien erklären und einordnen. Ergänzend vermittelt das Spiel wichtige Schutzmaßnahmen, etwa zum Verständnis von Konsens, zum Erkennen sexualisierter Sprache oder angemessenen Reaktionen auf Grenzverletzungen.
Entwickelt wurde das Spiel von der Sektion „Schutzkonzepte/Schutzprozesse im Gesundheitswesen und E-Learning“ der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Ulm in Zusammenarbeit mit dem Cologne Game Lab der Technischen Hochschule Köln. Das Spiel ist kostenlos, niedrigschwellig nutzbar und direkt spielbar. Weitere Informationen finden sich auf der Projektwebsite: https://uuugh.de
Dort gibt es zudem Hinweise für Eltern und Betreuer:innen sowie eine Übersicht typischer Täterstrategien mit passenden Schutz Tipps für den Alltag. Ergänzend steht eine Broschüre zum Download zur Verfügung, die die wichtigsten Informationen bündelt, Hintergründe erklärt und praktische Tipps zur Prävention und zum richtigen Handeln vermittelt. Ausprobieren lässt sich „Uuugh – Falsches Spiel“ im Google Play Store und im App Store.
Möchten Sie mehr über das Thema Schutzkonzepte und Gewaltprävention im Ehrenamt erfahren? Auf der Plattform „Kinderschutz im Saarland“ (https://kinderschutz-im-saarland.de) finden Sie die Online-Kurse „Schutzkonzepte zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext“ sowie „Sensibilisierung und Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext“:
Schutzkonzepte zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext
Inhalte:
Vermittlung von Grundlagenwissen zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext und zur Erstellung von Schutzkonzepten u. v. m.Zielgruppe:
Alle ehrenamtlich Tätigen, die an der Schutzkonzeptentwicklung beteiligt oder daran interessiert sind, insbesondere Ehrenamtliche in LeitungsfunktionenBearbeitungsumfang:
Flyer
ca. 15 StundenSensibilisierung und Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext
Inhalte:
Sensibilisierung für Gefährdungsfaktoren und die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit (sexualisierter) Gewalt im ehrenamtlichen Kontext. Vermittlung von Grundlagenwissen zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext.Zielgruppe:
Alle ehrenamtlich TätigenBearbeitungsumfang:
Flyer
ca. 4 StundenFür Personen, die im Saarland ehrenamtlich tätig sind, ist die Teilnahme kostenfrei.
Die Kinderschutz-Plattform bietet darüber hinaus auch zahlreiche Fortbildungsangebote für Fachkräfte an (Teilnahme für Fach kräfte mit Dienstort im Saarland ebenfalls kostenfrei):
Kinderschutz in der Medizin –
Ein Grundkurs für alle Gesundheitsberufe
Traumapädagogik
Traumatherapie
Leitungswissen Kinderschutz in Institutionen –
Ein Online-Kurs für Führungskräfte
Schutzkonzepte in Organisationen –
Schutzprozesse partizipativ und achtsam gestalten
Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche –
Grundlagen, Prävention und Intervention
Gute Kinderschutzverfahren
Impressum
Herausgeber
Universitätsklinikum Ulm
89070 Ulm
Umsatzsteueridentifikationsnummer DE147040060Vertretung
Leitender Ärztlicher Direktor:
Prof. Dr. Udo X. Kaisers
Kaufmännische Direktorin:
Christa HohnerKontakt
Post: Universitätsklinikum Ulm, Vorstand, 89070 Ulm
Telefon: 0731/500-0
Telefax: 0731/500-43002
E-Mail: info.allgemein@uniklinik-ulm.deAufsichtsbehörde
Ministerium für Wissenschaft, Forschung
und Kunst Baden-Württemberg
Königstraße 46
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